Gesundes Licht so wichtig wie gesunde Nahrung

fruit-1145516__180Unser Körper braucht eine ausgewogene Ernährung, die vor allem die Bestandteile enthält, die er selbst nicht herstellen kann. Oft vernachlässigt wird allerdings, dass auch ausreichend Licht für unsere Gesundheit notwendig ist – solange es sich um das richtige handelt.

60 Mineralien, 15 Vitamine, 22 Aminosäuren und drei Fettsäuren – auf die Zufuhr dieser 90 Bausteine ist unser Organismus angewiesen, er kann sie nicht selbst produzieren. Mit diesem Thema befassen wir uns – zugegebenermaßen mehr oder weniger, wenn wir über unsere Ernährung nachdenken, Vitamin-Präparate zu uns nehmen oder auf hochwertige Öle zurückgreifen. Selbstverständlich ist das wichtig, um keine Mangelerscheinungen zu provozieren – schließlich können wir insbesondere Vitamine nur für eine begrenzte Zeit speichern.

Eine Komponente, die für unsere Gesundheit aber ebenso wichtig ist, gerät regelmäßig zu kurz: das Licht. Der menschliche Körper hat sich im Laufe der Evolution auf die natürliche Lichtquelle eingerichtet, nämlich die Sonne: Geht diese auf, schaltet er in den Wach-Modus. Treffen Sonnenstrahlen auf die Haut, kann das wichtige Vitamin D gebildet werden, das wir für unsere Knochen und unser Immunsystem benötigen. Wer kommt aber regelmäßig in den Genuss – vor allem im Winter? Nicht zu verachten ist die Tatsache, dass wir uns über den größten Teil des Tages unter Kunstlicht aufhalten. Der Arbeitstag richtet sich nicht nach dem Stand der Sonne, der menschliche Körper muss diese Abweichungen verkraften – was durchaus zu ernsthaften Erkrankungen führen kann.

Der Grund ist im Spektrum des natürlichen Sonnenlichts zu finden: Neben den Regenbogenfarben enthält es UV-A-, UV-B- undInfrarotanteile, die tageszeitabhängig dominant auftreten und entsprechende Signale an unser Gehirn senden. Fehlen also bestimmte Bestandteile, wie es bei vielen künstlichen Lichtquellen der Fall ist, muss es logischerweise zu Fehlsignalen und Fehlinterpretationen durch das Gehirn kommen. Da der Arbeitsalltag aber Höchstleistungen von uns fordert, sind deutlich größere Anstrengungen notwendig, wenn sich der Körper beispielsweise noch im Schlaf-Modus befindet. Darüber hinaus müssen die Augen deutlich mehr arbeiten, denn auch sie sind auf das natürliche Lichtspektrum geeicht. Farben und Kontraste sind unter unzureichendem Kunstlicht schlechter zu erkennen, Sehschwächen, Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemekönnen die Folge sein. Es gibt also viele Argumente für hochwertiges Vollspektrumlicht – um die optimale Versorgung mit Vitaminen & Co. kümmern wir uns schließlich auch.

Licht als Lebensmittel – unverzichtbar für jeden Lebensbereich

Lampen auf TellerWussten Sie, dass das Jahr 2015 unter einem besonderen Zeichen stand? Es war von der UNESCO zum „Internationalen Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien“ deklariert worden – weitestgehend unbemerkt. Dabei kam dem Lebenselixierendlich die offizielle Aufmerksamkeit zu, die ihm auch zusteht.

Die Initiative ist nur zu begrüßen, auch wenn der Beschluss dazu schon auf das Jahr 2013 zurück- und weitestgehend in der Öffentlichkeit unterging: Sie „soll an die Bedeutung von Licht als elementare Lebensvoraussetzung für Menschen, Tiere und Pflanzen und daher auch als zentraler Bestandteil von Wissenschaft und Kultur erinnern. Wissenschaftliche Erkenntnisse über das Licht erlauben ein besseres Verständnis des Kosmos, führen zu besseren Behandlungsmöglichkeiten in der Medizin und zu neuen Kommunikationsmitteln.“ (http://www.jahr-des-lichts.de/)

Licht ist für den Menschen so wichtig wie Luft oder Wasser – ohne die natürliche Lichtquelle könnte unser Organismus nicht funktionieren. Ob nun aber die Diskussionen um die Energieeffizienz der Glühbirne, die uns über viele Jahrzehnte mit Licht versorgt hat, zielführend waren, mag dahingestellt bleiben. Die Diskussion sollte sich doch vielmehr um die Qualität des erzeugten Lichts drehen, denn hier gibt es enorme Unterschiede zum natürlichen Vorbild. Das breite Lichtspektrum, das das Sonnenlicht umfasst, liefert uns alle Impulse, die wir für unsere Gesundheit benötigen – und nur das sollte der Maßstab sein.

Wenn wir schon im Zuge der Industrialisierung weite Teile unseres Arbeitstages unter Kunstlicht verbringen müssen, gehört diesem Thema ein höheres Maß an Aufmerksamkeit: Wir kümmern uns um ergonomische Stühle und Schreibtische in der richtigen Höhe, weil wir sonst Rückenschmerzen bekommen, befassen uns mit der Lärmbelastung am Arbeitsplatz und vielen Aspekten mehr. In puncto Licht interessiert an erster Stelle, dass es ausreichend hell ist, um unsere Arbeit zuverlässig erledigen zu können. Helligkeit allein reicht aber nicht aus: Das richtige Licht muss es sein, muss das Sonnenlicht ersetzt werden.

Nun gehen die Trends so langsam wieder in eine andere Richtung: Fenster und Lichtschächte haben wieder Hochkonjunktur. Schwierig wird die Ausrichtung auf natürliches Tageslicht bei direkter Sonneneinstrahlung – diese wird per Jalousie wieder ausgeblendet. Warum also nicht zu einer Lichtquelle greifen, die dem Sonnenlicht so nahe wie nur möglich kommt, konstant leuchtet und nicht blendet? Vollspektrumlicht erfüllt diese Ansprüche – ein gangbarer Kompromiss.

Licht und Gesundheit – das gehört zusammen

Die Sonne bestimmt unsere innere Uhr, allerdings haben wir uns weit von ihrem natürlichen Lauf entfernt. Kunstlicht dient als Ersatz, allerdings spielt die Qualität die entscheidende Rolle – und das nicht nur in Bezug auf den wichtigen Melatonin-Spiegel.

Lichtmangel und die Auswirkungen

Zu wenig oder eben auch falsches Licht kann die Stimmung drücken, der Zusammenhang ist hinlänglich belegt: Der zuständige Rezeptor im Auge kann nur bestimmte Lichtbestandteile so interpretieren, dass die entscheidenden Signale an das Gehirn ausgelöst werden, um die Produktion von Serotonin anzukurbeln. Fehlen diese vor allem blauen Lichtanteile, bleiben wir müde – und müssen trotzdem alle Anforderungen des Alltags erfüllen. Dass es da zu Verstimmungen kommen kann, die sich im Ernstfall zu depressiven Phasen, Konzentrations-störungen oder Kopfschmerzen und Verspannungen auswachsen können, liegt auf der Hand.

Allerdings reichen die Auswirkungen sehr viel weiter: Auch die Produktion von Vitamin D ist an eine bestimmte Lichteinwirkung gekoppelt, insbesondere UV-Licht ist für diese Prozesse notwendig. In den Wintermonaten ist die Versorgung deshalb schwierig, wenn das eingesetzte Kunstlicht nicht eine entsprechende Qualität aufweist. Rund 20 bis 30 Minuten Sonneneinstrahlung pro Tag wären wichtig, um die körpereigene Produktion anzukurbeln – allerdings nicht nur im Gesicht, sondern am besten auch auf Armen und Beinen. Schon die niedrigen Temperaturen machen dies unmöglich, davon abgesehen, falls wir im Winter die Sonnen überhaupt zu Gesicht bekommen.

Dabei ist Vitamin D außerordentlich wichtig, denn es unterstützt die Aufnahme von Calcium, das wiederum für die Bildung und Stabilität unserer Knochen benötigt wird. Nicht zuletzt die vor allem bei älteren Menschen verbreitete Osteoporose ist auf einen Vitamin D-Mangel zurückzuführen. Als probates Mittel zur Vitamin D-Versorgung empfehlen sich fettreiche Nahrungsmittel, wie beispielsweise Hering oder Lachs, aber auch Butter oder Käse – was wiederum der Allgemeinmediziner nicht gerne sehen wird. Auch der Urlaub in südlichen Gefilden, der die körpereigenen Sonnentanks wieder auffüllen könnte, ist nicht in jedem Fall zu realisieren. Was bleibt also?

Gesundes Licht verwenden!

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von der Kerze bis zum Vollspektrumlicht

Ganz einfach: gesundes Licht. Wesentlich ist bei der Auswahl, dass auch UV-A- und UV-B-Bestandteile enthalten sind, wie das beim Vollspektrumlicht der Fall ist. Nutzen Sie diese hochwertigen Leuchtmittel dauerhaft, versorgen Sie Ihren Körper ganz kontinuierlich mit allen Anreizen, die für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt, Ihr Immunsystem und auch die Vitamin D-Produktion wichtig sind – das Licht macht eben den Unterschied.

Der Arbeitsplatz – Ergonomie ohne Ende, aber was ist mit Licht?

Mann im Dunkeln am PC

… zu wenig Licht …

Es gehört ja schon seit der Industrialisierung zur Normalität, dass die arbeitende Bevölkerung wenig vom Tageslicht hat: Zum einen fangen wir im Winterhalbjahr noch in der Dunkelheit an, um auch im Dunklen wieder nach Hause zu gehen. Zum anderen fehlen oft ganz einfach die Fenster – ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden sollte.

Arbeitsschutz und ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes her – wir kümmern uns zunehmend um die Aspekte, die uns die Bewältigung unserer Aufgaben sicher und leichter möglich machen. Die Stühle werden der Rückenform angepasst, die Schreibtische und Tastaturen der optimalen Haltung der Arme, Pausengymnastik soll den obligatorischen Verspannungen entgegenwirken. Beim Licht allerdings sind oft noch Nachlässigkeiten  festzustellen: Hell muss es sein, die Beleuchtung am besten in die Deckenelemente integriert und Strom muss auch gespart werden.

Gut, im Vergleich zu den regelmäßig und nervend flackernden Neonröhren von einst, die mit ihrem ausgesprochen kalten Licht für eine frostige Atmosphäre sorgten, gab es schon deutliche Fortschritte. Mit indirekter Beleuchtung, die von hellen Decken reflektiert wird, kann schon einiges bewirkt werden. Das geht sogar so weit, dass blendendes Sonnenlicht per Jalousie konsequent ausgesperrt wird – die Arbeit am Bildschirm wird ansonsten zur echten Herausforderung, will man nicht mit einer Sonnenbrille am Arbeitsplatz sitzen. Allerdings fehlt die Sonne, wenn wir uns über den größten Teil des Tages, im Winter sogar ausschließlich, unter Kunstlicht bewegen – es sei denn, es käme gesundes Licht zum Einsatz.

Es sollte bei der Arbeitsplatzgestaltung also nicht nur darum gehen, dass das Licht in der optimalen Stärke und im perfekten Winkel auf unseren Bereich fällt, sondern auch in der richtigen Qualität: Vollspektrumlicht ähnelt dem natürlichen Tageslicht, Sie werden schnell die frische Lichtfarbe zu schätzen wissen. Noch wichtiger ist jedoch, dass das Spektrum sowohl die sieben Regenbogenfarben als auch UV-A-,UV-B- und Infrarot-Licht umfasst. Es werden also die wichtigen Rezeptoren im menschlichen Auge effektiv angesprochen, was uns aktiv, aufnahme- und konzentrationsfähig macht. Natürlich werden auch unsere Augen entlastet, schließlich haben sie sich im Laufe der Evolution auf das Sonnenlicht eingespielt. Die Ergebnisse einer Umstellung auf gesundes Licht können sich, im wahrsten Sinne des Wortes, sehen lassen: Verspannungen nehmen ab, Augenprobleme und Kopfschmerzen ebenso – das sollte sich doch lohnen.

Energieeffizienz als Maß der Dinge – was ist mit der Effizienz des Lichtes?

Die Glühlampe musste weichen, schließlich sei sie ein Umweltsünder – die Energieeffizienz wurde in puncto Licht zum Qualitätsmerkmal. Das mag ein Gebot der Zeit sein, allerdings sollte die Gesundheit als höchstes Gut nicht vernachlässigt werden. Dass es bei der Lichtqualitätgroße Unterschiede gibt, gerät erst sukzessive in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Die Regulierungswut der EU nimmt teilweise bizarre Züge an, erinnert sei nur an die Diskussion um krumme Gurken – eines der bekanntesten Opfer ist die Glühlampe: Sie muss nun nach und nach weichen und deutlich energieeffizienteren Alternativen Platz machen. Dieser Beitrag soll auch gar keine Hommage an die technische Errungenschaft aus dem 19. Jahrhundert, die damals einen wirklichen Quantensprung darstellte, sein, sondern auf einen ganz anderen Aspekt aufmerksam machen: Warum wird so wenig über die Qualität und damit die Effizienz des Lichtes diskutiert?

Es ist doch nun hinlänglich bekannt, dass selbst das stärkste Licht unsere Wachphase nur bedingt initiieren kann, fehlen die entscheidenden Blau-Anteile. Auf der anderen Seite kommen wir nicht nur Ruhe, konsumieren wir am Abend zu blaulastiges Licht, wo doch Rot- und Orangetöne die wichtigen Signale liefern könnten. Der Einfluss, den Lichtfarbe und -qualität auf unseren Organismus haben, wird kaum kommuniziert – und könnte doch effektiv ausgenutzt werden. Nicht umsonst kann die Handy-Beleuchtung bei einigen Modellen dem Tag- und Nacht-Rhythmus angepasst werden: Die gängige Display-Beleuchtung sorgt ebenso wie der TV-Konsum am Abend mit dem hohen Anteil an blauen Lichtbestandteilen für eine Aktivierung des Stoffwechsels, was wiederum Schlafstörungen zur Folge haben kann.

Vollspektrumlicht ist Klasse

Effizientes Vollspektrumlicht

Soll Licht also effizient sein, muss es dem jeweiligen Bedarf entsprechen: Für die Arbeit sollte die Wachphase stimuliert werden, indem ein dem Tageslicht nachempfundenes  Vollspektrumlicht  genutzt wird. Klar, frisch und hell kann es vom entscheidenden Rezeptor im Auge wahrgenommen und als Signal an das Gehirn weitergeleitet werden. Im Laufe des Tages nehmen die Blauanteile im Sonnenlicht ab – und unser Körper reagiert darauf mit der Drosselung der Serotonin-Produktion. Gegen Abend empfiehlt sich also Licht, das von Orange- und Rottönen dominiert wird, um effektiv zu Ruhe zu kommen. Diese erforschten Abläufe werden bislang viel zu wenig berücksichtigt: Unzureichende Beleuchtung am Arbeitsplatz kostet unnötige Kraft und belastet die Augen, abends plagt uns Schlaflosigkeit – dabei könnte es so einfach sein.

Die Sonne effektiv ersetzen – gesundes Licht

Sie bestimmt nicht nur unseren natürlichen Rhythmus, sie macht gute Laune und bringt

unseren Stoffwechsel auf Trab: Wie abhängig wir von der Sonne sind, wird uns erst zum Ende der dunklen Jahreszeit bewusst. Jeder Sonnenstrahl auf der Haut ist eine Wohltat, sorgt für Wohlbefinden – und stärkt unsere Gesundheit.

Sobald der Sonnenstand wieder höher ist und die Sonne uns mit ihrer Kraft angenehm überrascht, wird der Mangel der Wintermonate richtig deutlich: Wir sind abhängig vom Zentralgestirn – und das nicht nur wegen der länger werdenden Tage, die vieles leichter machen, sondern auch von der Art des Lichtes. Werden wir morgens mit einem hohen Blauanteil im natürlichen Lichtspektrum geweckt, ist das nicht nur erfrischend und klar für unsere Augen, sondern pusht unseren Hormonhaushalt: Die innere Uhr stellt sich auf die Wachphase um. Ebenso wichtig ist das langsame Herunterfahren am Abend, wenn die Orange- und Rotanteile im natürlichen Licht überwiegen. Unser Stoffwechsel kommt langsam zur Ruhe und läutet die Schlafphase ein.

Für die Aufnahme der Lichtfarben, die unserem Gehirn die entscheidenden Signale liefern, ist ein bestimmter Rezeptor im Auge verantwortlich. Vor allem flächig von oben abgestrahltes Licht kann gut aufgenommen werden – so ist der Mensch nun einmal programmiert. Naturgemäß kann der Rezeptor nicht die Lichtquelle unterscheiden und durchaus falsche Impulse liefern: Das blaulastige Licht, das von TV-Geräte oder auch Handys ausgestrahlt wird, ist dazu geeignet, die Wachphase länger hinauszuzögern – Einschlafstörungen sind die Folge. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben Smartphone-Hersteller reagiert und eine auf die Tageszeit abstimmbare Beleuchtung entwickelt.

sonnennahes Licht zu Arbeiten

Licht wie die Sonne

Die Sonne ist aber noch viel mehr, auch wenn exzessive Sonnenbäder wegen der zunehmenden Gefahr von Hautkrebs verpönt sind: Sie sorgt dafür, dass Vitamin D gebildet und unser Stoffwechsel angekurbelt wird. Interessant ist doch, dass auch die Vermeidung von Sonnenstrahlen zu einer kürzeren Lebenserwartung führt. Dass das Sonnenlicht nicht nur gut für die Seele, sondern auch für den Körper ist, haben die Ärzte im schon in der Antike gewusst und entsprechende Reisen in südliche Gefilde verordnet. Wir sollten also einen guten Kompromiss wählen: Am Arbeitsplatz können Vollspektrumlampen einen guten Ersatz liefern, im Gegensatz zum gängigen Kunstlicht kommt es dem natürlichen Spektrum sehr nahe. Ab und an ein Sonnenbad zusätzlich darf dann auf jeden Fall auch sein.

Probleme mit der Zeitumstellung? Eine Frage des Lichts.

Die Umstellung auf die Sommerzeit raubt jeder dritten Frau und fast jedem fünften Mann für einige Tage den gesunden Schlaf, der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus wird kräftig durcheinander gewirbelt. „Schuld“ ist das Tageslicht: Die Sonne zieht ihre Bahn – Beschlüsse zur Zeitumstellung spielen für sie keine Rolle.

Sie sollte zur Energieeinsparung beitragen, indem der Tag im Sommerhalbjahr einfach künstlich um eine Stunde verlängert wird – zu Lasten der Nacht, in der die Uhr eine Stunde vorgestellt wird – die Einführung der Sommerzeit macht seit 1980 vielen Menschen zu schaffen. Die Umstellung braucht in der Regel einige Tage und schwerwiegende Folgen sind auch nicht zu erwarten, allein die Energieeinsparung lässt weiterhin auf sich warten. Nur die Menschen klagen über fehlende Energie, weil sie unter Schlafstörungen leiden und morgens schlecht aus dem Bett kommen. Der Körper ist nun einmal auf den Aufgang der Sonne ausgerichtet: Nimmt das Licht zu, erkennt unser Gehirn, dass es Zeit für die Drosselung des Melatonin-Ausstoßes ist – wir werden wach.  Artikel zu dem Thema in englisch auf „Current Biology“

Schon der Arbeitsalltag beginnt also für die meisten Menschen weit vor dem Zeitpunkt, an dem das zunehmende Tageslicht uns wecken würde – und kostet damit enorme Anstrengungen. Dafür nimmt gegen Abend nicht nur das Licht ab, sondern in der Folge auch dasMelatonin wieder zu – was uns zur Ruhe bringt. Mit Kunstlicht verlängern wir den Tag ohnehin und können dabei gezielt Einfluss auf unseren gesunden Schlaf nehmen. Vermeiden wir nämlich Licht mit starkem Blauanteil, können wir uns die warmen Farben des Sonnenuntergangs in die Wohnung zaubern und ganz natürlich zur Ruhe kommen.

Licht zum beruhigen

Licht zum beruhigen

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit wiederum verschiebt sich der Sonnenuntergang nach hinten – unser Organismus ist nochmals irritiert und reagiert mit Unruhe und Einschlafproblemen. Wenn es eines Beleges für den Einfluss gesunden Lichtes auf Körper und Gesundheit bedarf, dann dürften die Folgen der Sommerzeitumstellung schon dafür taugen: Die Sonne beeinflusst den Wechsel zwischen Ruhe- und Wachphase, ob wir nun Kunstlicht verwenden oder nicht. Lediglich mit Licht, das dem Spektrum der Sonne möglichst nahe kommt, lassen sich die Rezeptoren in unseren Augen austricksen: Frisches Vollspektrumlicht macht wach, aufmerksam und verbessert das Sehvermögen, was es so wertvoll für den Arbeitsalltag macht – für den Abend darf es eher gelb und orange sein.

Wie uns das Lichtspektrum beeinflusst

– die Sonne macht es uns vor

Die Tatsache, dass sich Lichtfarben in unterschiedlicher Art und Weise auf den menschlichen Organismus auswirken, ist hinlänglich bekannt. Interessant ist es aber, sich das natürliche Vorbild, nämlich das Spektrum des Sonnen

lichtes, einmal näher anzuschauen – logische Schlussfolgerungen inklusive.

Wenn sich an einem Sommermorgen die Luftfeuchtigkeit in Form von Tau niederschlägt, enthält die Atmosphäre relativ wenig Wasser und reflektiert dadurch auch nur einen geringen Anteil der blauen Lichtbestandteile zurück ins All – wir werden also von einem blaulastigen Licht geweckt: Der dritte Rezeptor im Auge kann dieses Licht erkennen und in die entscheidenden Signale umwandeln. Die Melatonin-Produktion wird reduziert, Serotonin gewinnt die Oberhand und die Wachphase eingeläutet.

Um die Mittagszeit, wenn das Wasser auf der Erdoberfläche wieder verdunstet und die Luft bis zur Sättigung angereichert ist, wird also ein Teil der blauen Lichtbestandteile reflektiert – das Lichtspektrum ist ausgeglichen. Im Sommer quellen die Wolken auf, das Licht wird fast silbrig – hell, aber nicht mehr so aktivierend, wie es am Morgen der Fall war. Zum Abend hin verändert sich das Spektrum wiederum: Die Rottöne nehmen zu, wenn die Sonne in warmem Orange bis Rot am Horizont versinkt. Die Abnahme der Blautöne im natürlichen Licht lässt die Melatonin-Produktion wieder ansteigen – wir werden müde.

Unsere Sonne

Dieses Spiel im Lichtspektrum hat unseren Organismus geprägt, unser gesamter Hormonhaushalt und Stoffwechsel ist darauf ausgerichtet. Ersetzen wir nun das natürliche Tageslicht durch Kunstlicht, ist es eine Frage der Qualität: Das Licht einer Glühbirne ähnelt nämlich zum Beispiel in seinem Spektrum dem Abendlicht – eine aktivierende Wirkung können wir somit kaum erwarten. Zwingen wir uns unter diesem Licht zur Aktivität, zur Konzentration und zur Leistung, handeln wir gegen unseren Hormonspiegel, der eigentlich auf Ruhephase eingestellt ist – wir benötigen dadurch deutlich mehr Energie, strapazieren aber auch unsere Augen über die Maßen.

Normale Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen wiederum erzeugen ein relativ kaltes Licht, was durch Frequenzspitzen im Blaubereich erreicht wird – das Einläuten der Aktivphase ist inklusive. Wird dieses Licht bis in die Abendstunden genutzt, können Schlafstörungen die Folge sein, denn der Melatonin-Spiegel ist zu niedrig, um zur Ruhe zu kommen. Ein ausgeglichenes Verhältnis weisen die Vollspektrumlampen auf, die sich am natürlichen Lichtspektrum orientieren – zum Abend hin sollten aber auch sie abgeschaltet werden.

Der dritte Rezeptor – eine weitreichende Erkenntnis

Auge unter LupeLange Zeit galten die Stäbchen und Zäpfchen auf der menschlichen Netzhaut als einzige Rezeptoren, die Lichtsignale verarbeiten und entsprechende Impulse an unser Gehirn weiterleiten. Allerdings gaben einige Phänomene, die bei blinden Menschen verzeichnet wurden, der Wissenschaft Rätsel auf: Trotz Blindheit können Betroffene erkennen, wann es Nacht wird – wie das?

Der Einfluss, den das Sonnenlicht auf unser Gehirn und damit unseren Schlaf- und Wach-Rhythmus hat, ist schon lange bekannt – bereits in den 1960-er Jahren nutzte beispielsweise die US-Navy hochwertiges Vollpektrumlicht für die eigenen U-Boot-Besatzungen. Diese kämpften bei langen Tauchfahrten nicht nur mit Depressionen, sondern fielen auch durch Aggressivität auf. Logisch wäre nun, dass blinde Menschen große Probleme mit ihrem Tagesrhythmus haben. Dem ist auch so, vor allem Schlafstörungen sind weit verbreiten – wenn die Augäpfel aus ästhetischen Gründen entfernt und durch gläserne Nachbildungen ersetzt wurden. So lauten die Erkenntnisse des US-amerikanischen Chronobiologen Charles Czeisler, der sich daraufhin intensiv mit der Erforschung des von ihm vermuteten dritten Fotorezeptors im menschlichen Auge befasste.

Im Jahr 2002 war es dann so weit, britische und US-amerikanische Wissenschaftler machten diesen Rezeptor auf der Netzhaut aus: Spezielle Ganglienzellen reagieren insbesondere auf blaues Licht – rund 460 Nanometer sprechend sie an. Das in den Ganglienzellen enthaltene Protein Melanopsin wird angeregt, sodass der Suprachiasmatischen Nucleus (SCN), die im Gehirn enthaltene Schaltzentrale von der Größe zweier Reiskörner, einen Reiz erhält: Die Ausschüttung von Melatonin, des für die Müdigkeit verantwortlichen Hormons, wird unterdrückt, wir werden wach und aufmerksam. Erst diese Erkenntnis brachte den vollständigen Einblick in die Funktionsweise dieser inneren Schaltuhr, die unseren Takt so effizient angibt.

Aber vor allem die Qualität des Kunstlichts rückte so in den Fokus der Aufmerksamkeit: Enthält dieses nämlich keinen blauen Anteil, befindet sich der menschliche Körper noch im Schlafmodus – und muss doch Höchstleistungen vollbringen. Dass dies auf Dauer nicht nur anstrengt, sondern auch krank machen kann, ist dann nicht verwunderlich. Auf der anderen Seite eröffneten die Erkenntnisse um Melanopsin und Melatonin aber auch interessante Ansätze zur Bekämpfung verschiedener Krankheitsbilder: Viele depressive Erkrankungen sind beispielsweise auf einen zu hohen Melatonin-Spiegel zurückzuführen – gesundes Licht kann hier effektiv helfen, die Ausschüttung zu drosseln. Vor allem aber kann es im alltäglichen Leben die Wachphase einläuten und uns optimal unterstützen.

Heißhunger auf Schokolade – ein Frage des Lichts?

Heißhunger auf Schokolade

Schokolade macht glücklich – das ist wahrlich keine Ausrede, es ist erwiesen, dass der Genuss von Schokolade oder Nudeln den Serotoninspiel pusht. Dieser Glücklichmacher bzw. der Mangel an ihm ist es, der bei vielen Menschen gerade im Winter einen wahren Heißhunger auf Kohlehydrate auslöst. Der Grund: Die innere Uhr ist aus dem Gleichgewicht, der Körper giert nach einem Ausgleich. Allerdings ist der auch einfacher zu haben.

Auf fünf bis 20 Prozent schätzen Chronobiologen den Anteil der Bevölkerung, der unter saisonal abhängiger Depression (SAD) leidet, diesem Stimmungstief, das mit den kürzer werdenden und dunklen Tagen zum Jahresende eintritt. Das fehlende Licht verursacht demnach einen Mangel an Serotonin, der hohe Melatonin-Spiegel lässt den Körper im Schlaf-Modus verbleiben – obwohl er Höchstleistungen vollbringen muss. Im Gegensatz zu den „echten“ Depressiven leiden die Betroffenen in der Regel nicht an Schlaf- oder Appetitlosigkeit. Das Gegenteil ist der Fall, sie werden von einer wahren Sucht nach Kohlehydraten, vor allem in Form von Schokolade oder Nudeln, geplagt – und damit nach Serotonin.

Als natürlicher Gegenspieler zum Melatonin wirkt Serotonin eindeutig stimmungsaufhellend, allerdings kann es nur im Sonnenlicht seine Wirkung entfalten: Fehlt das natürliche Licht, überwiegt das Melatonin. Schon aus diesem Grund, empfehlen Chronobiologen den Einsatz von Lichttherapien, sie gehen sogar so weit, dass Medikamente bei SAD, die auch gerne als Winterblues bezeichnet werden, überflüssig sind. Zeigt die Lichttherapie hingegen keine Wirkung, muss die Diagnose in Frage gestellt werden. Allerdings dürfte die Qualität des Lichts, das in der Therapie eingesetzt wird, in erster Linie über den Erfolg der Therapie entscheiden.

Die Wirkung verschiedener Lichtfarben ist bekannt: Licht mit einem hohen Blau-Anteil aktiviert den Organismus und macht wach, ein höherer Rotanteil lässt uns zur Ruhe kommen. Einige Hersteller von Lichttherapiegeräten machen sich dies zunutze und lassen ihre Lichtduschen die Farben des Sonnenauf- oder Sonnenuntergangs durchlaufen. Andere wiederum setzen auf extrem hohe Lichtstärken, um die gewünschte Wirkung zu erzielen – das Risiko von Verbrennungen inklusive. Dabei liegt die Lösung doch so nah, die Sonne liefert das Vorbild: Das gesunde Licht der Vollspektrumlampen ist ausgewogen und frisch, eignet sich in moderaten Lichtstärken für den gesamten Arbeitstag und vertreibt die Dunkelheit – und damit auch die Gier nach Kohlehydraten.